Betreuung an der Florenbergschule

Grundschulen im Landkreis Fulda bieten vielfältige Nachmittagsbetreuung an / Beispiel Florenbergschule Pilgerzell

Viel mehr als einfache Beaufsichtigung

Künzell-Pilgerzell. Immer mehr Schüler der ersten bis vierten Klasse verbringen nicht nur den Vormittag in ihren Schulen. Es gibt vielfältige Gründe, warum eine weitergehende Unterstützung von Eltern in der Betreuung ihrer Kinder nach der letzten Stunde erforderlich ist. Der Landkreis Fulda hat auf diese veränderten Lebensbedingungen und Familiensituationen reagiert und kann auf ein breit gefächertes Netz von mittlerweile sechzehn Grundschulen mit Nachmittagsbetreuung verweisen. Dabei werden die politisch Verantwortlichen aktiv von engagierten Fördervereinen unterstützt.


Die Betreuungsangebote müssen vielfältig gestaltet sein, es geht schon lange nicht mehr nur darum, die Kinder bei den Hausaufgaben zu beaufsichtigen. Der Verein Lirum Larum beispielsweise, der an der Florenbergschule in Pilgerzell die Nachmittagsbetreuung übernommen hat, legt ebenso wie die anderen Grundschulen großen Wert auf pädagogische, fachspezifische und vor allem liebevolle Betreuung der anvertrauten Kinder. Zwei Sozialpädagoginnen, zwei Erzieherinnen, eine Grundschullehrerin und eine angehende Erziehungsberaterin teilen sich in Pilgerzell die anspruchsvolle Aufgabe, die Grundschulkinder nicht nur einfach zu verwahren.
„Der Fokus bei der Auswahl der Betreuerinnen liegt auf deren pädagogischer Eignung“, sagt die Vorsitzende von Lirum Larum, Eva Steinhardt. Zwei Betreuerinnen stehen jeden Tag für die durchschnittlich 15 bis 17 Kinder zur Verfügung, um nach dem Mittagessen, das in der Regel direkt im Anschluss an den Schulschluss bereitet wird, die Kinder beim Spielen, beim Hausaufgaben machen und bei vielfältigen kreativen Angeboten anzuleiten. „Wir sind sehr froh, dass das Antoniusheim uns mit Biokost aus der Region beliefert. Die Qualität des Essens ist hervorragend, mit viel frischem Obst, Gemüse und Bio-Fleisch und an zwei Tagen in der Woche auch vegetarisch.

 

Als positiven Nebeneffekt können wir einen kleinen Beitrag dazu leisten, Menschen, die sonst keine Möglichkeit haben, einen Beruf auszuüben, aktiv zu unterstützen“, erklärt Steinhardt.Nach dem Mittagessen dürfen die Kinder unter Aufsicht etwa eine dreiviertel Stunde auf dem Schulhof mit seinen vielfältigen Spielmöglichkeiten ausgiebig toben, bevor dann die Gruppen – geteilt nach jüngeren und älteren Schülern – in unterschiedlichen Räumen bei den Hausaufgaben unterstützt werden. Durch intensives Arbeiten in kleinen Gruppen wird das Erlernte aus dem Schulalltag gefestigt. Kinder, die besondere Unterstützung brauchen, können gemäß Bildungspaket speziell gefördert werden. Hier setzt Lirum Larum in Abstimmung mit dem Kollegium der Florenbergschule – allen voran Rektor Gerhard Renner – besondere Schwerpunkte, und die Kinder profitieren von der engen Zusammenarbeit. Insgesamt gibt es an der Florenbergschule etwa fünfzig Kinder, die regelmäßig das Angebot von Lirum Larum nutzen. „Es kann schon mal vorkommen, dass wir Kinder an bestimmten Tagen nicht aufnehmen können, da wir über eine gewisse Anzahl an Schülern pro Tag nicht hinausgehen wollen“, erklärt die Vorsitzende. „Das ist aber auch so gewollt. Wir achten stark darauf, keine Abstriche bei der Qualität der Betreuung machen zu müssen. Wenn es zu viele sind, gerät alles schnell mal aus den Fugen.“ Im Anschluss an die Hausaufgaben wird in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Florenbergschule nach Kräften mit Holz, Gips, Papier und anderen Materialien handwerklich gearbeitet und gebastelt. Ein eigens hinzugezogener Student der Sozialpädagogik denkt sich einmal pro Woche sinnvolle Spiele und Sport für drinnen und draußen aus. Besonders gerne wird der Schulhof mit den Waveboards unsicher gemacht. Je nach Jahreszeit basteln die Kinder unter qualifizierter Anleitung kleine Präsente für Eltern und Geschwister oder eigenes Spielzeug und haben dadurch echte Erfolgserlebnisse. Ein weiteres Highlight ist die Koch-AG. Auch werden Kinder aus sozial schwachen Familien bei Lirum Larum intensiv unterstützt. So kommt es denn auch des Öfteren vor, dass Schüler als besonderen Service der Einrichtung nach Ende der Nachmittagsbetreuung noch eine Heimfahrt genießen dürfen.

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